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PotC, Lord Beckett, Ruhmsucht

Titel: Ehre
Fandom: Pirates of the Caribbean
Charaktere: Lord Cutler Beckett, James Norrington
Sünde: Vana Gloria / Ruhmsucht
Word Count: 1096 words
Rating/Warnings: PG
Summary: Lord Beckett überzeugt Norrington als Admiral in seinen Dienst zu treten.
A/N: Die Story spielt am Ende des zweiten Movies, kurz nachdem Norrington Beckett das Herz von Davy Jones überreicht hat (stimmt nicht völlig mit den Ereignissen in AWE überein)



Es war keine zwei Stunden her, dass Norrington schmutzig, unrasiert und von seinem eigenen Gestank angeekelt Lord Becketts Arbeitszimmer betreten hatte, um ihm das Herz von Davy Jones darzubieten. Nachdem Beckett sich von der Echtheit desselben überzeugt hatte, hatte er Norrington ein Bad bereitstellen lassen, mit dem Versprechen ihn danach abermals zu empfangen und über den Kaperbrief zu sprechen, den Norrington selbst bereits ausgefüllt hatte.
Als Norrington den Dreck der letzten Wochen von seiner Haut gewaschen und die kleine Kammer, in der sich die hölzerne Badewanne befand verlassen hatte, erblickte er eine auf einem Tisch ausgelegte Admiralsuniform. Beigelegt war eine Notiz.
Nach dem Ankleiden erwarte ich Euch in meinem Arbeitszimmer.
C. Beckett

Ungläubig starrte Norrington auf die Uniform. Die einzige Hoffnung, die er hatte, als er Becketts Bureau betrat, war die Aussicht auf eine Lizenz zum königlichen Freibeuter. Und nun bot Beckett ihm allem Anschein nach den Posten eines Admirals an. Vorsichtig fuhren Norringtons Finger über den edlen Stoff des Uniformrockes, über die goldenen Knöpfe, die seidenen Culotten. Erst jetzt bemerkte Norrington die weiß gepuderte Staatsperücke, die neben der Uniform lag. Der Gedanke daran wie ihm seine eigene abhanden gekommen war, die Erinnerung wie Sparrow ihn gezwungen hatte das Deck seines verfluchten Schiffes mit seiner Perücke zu schrubben, jagte eine Welle kalten Hasses durch seinen Körper. Sparrow! Er war es, der ihn seine Ehre gekostet hatte. Nur wegen ihm war er in diesen verdammten Hurricane gesegelt. Er war es, durch den er alles verloren hatte und der es dennoch fertig brachte ihn weiter zu demütigen.
Mit einem lauten Krachen schlug Norringtons Faust auf das Holz des Tisches. Verdammt seist du, Jack Sparrow!

Fasziniert starrte Lord Beckett auf das schlagende Herz von Davy Jones. Wer im Besitz dieses Herzens war beherrschte Davy Jones und somit die See. Ganz egal wie gewitzt Jack Sparrow auch sein mochte oder mit wie vielen Teufeln er einen Vertrag geschlossen hatte, nun würde er ihm nicht mehr entkommen. Sparrows Zeit war endgültig abgelaufen. Bei diesem Gedanken schlich sich ein kaltes Lächeln in Becketts bleiches Gesicht. Es ist vorbei, Sparrow…
Das Klopfen an seiner Türe riss Beckett aus seinen Gedankengängen.
„Ja, bitte.“ sagte er. Mr. Mercer betrat das Zimmer und ihm folgte – Norrington. Becketts Lächeln wurde breiter. Wie erwartet, hatte Norrington die Uniform angelegt.
„Lassen Sie uns allein, Mercer.“ forderte Beckett, woraufhin Mercer den Raum nach einer knappen Verbeugung wieder verlies. Norrington hingegen forderte er mit einer Geste seiner Hand auf, näher zu kommen. Aufrecht und mit kaltem Blick hielt dieser schließlich vor dem Sekretär inne. Beckett erhob sich aus seinem hohen Lehnstuhl und schritt langsam um Norrington herum, wobei er ihn aufmerksam betrachtete. Erstaunlich wie Kleidung und Auftreten einen Menschen verändern konnten. Mit seiner schäbigen Erscheinung hatte er zwar auch diese Aura von Skrupellosigkeit abgelegt, jedoch wurde diese nun durch Imposanz und eine gewisse Kälte ersetzt. Doch was seine Verbissenheit betraf, die hatte sich keinesfalls von ihm gelöst.
„Und wie fühlt es sich an?“ hauchte Beckett, als er neben Norrington inne hielt.
„Wie fühlt sich was an?“ fragte Norrington kühl.
„Die Macht.“ antwortete Beckett, während er die bereitgestellte Weinflasche öffnete und die rote Flüssigkeit in zwei Gläser füllte. „Admiral Norrington.“ fügte er mit einem Seitenblick hinzu.
„Ich bin nicht sicher, ob ich Euch verstehe. Ich bin dankbar für Euer Vertrauen in meine Fähigkeiten, die Euch bewogen haben mich zum Admiral zu ernennen, doch ich diene Seiner Majestät dem König von England und-„ Norrington hielt inne, als er Beckett leise lachen hörte. Dieser Mann war durchaus amüsant in seinem Glauben an die Reinheit der eigenen Seele. Und seine Rede gerade klang wie auswendig gelernt. Er sprach beinahe wie die jungen Matrosen, die zum ersten Mal unter der britischen Flagge in See stachen – nur ohne all den Glauben und die ehrliche Überzeugung. Nein, davon war nichts mehr übrig.
„Ich habe Euch nicht wegen Eurer Fähigkeiten zum Admiral ernannt und Ihr dient auch gewiss nicht dem König von England.“ stellte Beckett klar und reichte Norrington eines der Weingläser. Als dieser jedoch keine Anstalten machte es anzunehmen und reglos mit hinter dem Rücken überkreuzten Armen stehen blieb, stellte Beckett das Glas wieder zurück auf den Tisch.
„Und wem diene ich Eurer Meinung nach?“ fragte Norrington und Beckett bemerkte an dem kaum wahrnehmbaren Zittern in seiner Stimme, dass es ihn Mühe kostete sie so beherrscht klingen zu lassen. Er lächelte süffisant.
„Eurer eigenen Besessenheit.“ antwortete Beckett und lies Norrington keine Zeit zu widersprechen oder abermals zu fragen, was er mit dieser Aussage meinte, „Ihr dient eurer Besessenheit nach Ehre und Anerkennung. Ihr seid nicht nach Port Royal zurückgekehrt, weil Ihr es für das Richtige gehalten habt. Und Ihr habt mir das Herz nicht gebracht, weil Ihr glaubtet, dass es in meinen Händen am Besten aufgehoben ist. Nein, dafür verabscheut Ihr mich zu sehr.“ Norrington wich Becketts Blicken aus, doch dieser fuhr unbeirrt fort, „Oh, das kümmert mich nicht. Solange Ihr mir loyal bleibt, könnt Ihr mich hassen soviel es Euch beliebt. Und Ihr werdet loyal sein. Denn das, was ich Euch geben kann ist der eigentliche Grund für Eure Rückkehr. Ich gebe Euch die Uniform, die Flotte, die Untergebenen. Alles, was einem ehrbaren Seefahrer gebührt. Ich gebe Euch Euer Leben zurück.“ Beckett machte eine kurze Pause und schritt wieder auf seinen Schreibtisch zu. Als er weiter sprach, sah er Norrington in die Augen.
„Ehre ist hier ein sehr vager Begriff. Ihr wollt Euer altes Leben zurück, um jeden Preis. Doch die Ehre duldet nicht jeden Preis. Aber wer würde denken, dass in dieser Uniform kein ehrenvoller Mann steckt? Ihr werdet genauso respektiert sein wie vor Eurer Farce mit Captain Sparrow. Ich werde alles als ein Irrtum erklären lassen.“
„Jetzt weiß ich wem ich diene. Aber warum habt Ihr mich zum Admiral ernannt?“ wollte Norrington wissen, seine Stimme war tonlos.
„Das sagte ich doch. Ihr handelt nicht nach Eurem Herzen oder Eurem Verstand, sondern nach der Gier nach Ansehen. Die dunkle Seite des Ehrgeizes, könnte man sagen.“ erklärte Beckett und prostete Norrington zu. „Männer wie Ihr sind verlässlicher als die der anderen Sorte.“ Nachdem er diese Worte ausgesprochen hatte, griff Beckett nach dem polierten und reich verzierten Schwert, das vor ihm auf dem Schreibtisch lag. Es hatte einmal Norrington gehört. Wie alles andere hier ebenfalls.
Beckett zog das Schwert aus der Scheide und hielt es in das Licht, das durch die Fenster in den Raum drang. Die scharfe Klinge blitzte auf.
Nach wenigen Augenblicken steckte Beckett das Schwert zurück in die Scheide und hielt es Norrington entgegen.
„Nehmt Ihr mein Angebot an?“
Norrington blickte zunächst in Becketts Gesicht und schließlich auf das Schwert.
Dann griff er zu.

Tags: nebel_kraehe - potc - lord beckett

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  • 4 comments

[info]aislingde

July 22 2007, 20:17:08 UTC 4 years ago

Auch wenn ich Norrington nicht so sehe, hast du es geschafft, mich für diese Szene zu überzeugen.

Aus genau diesen Gründen wird Beckett Norrington den Admiralsposten angeboten haben, es kann nicht viel anders abgelaufen sein, als du es geschildert hast

Tolles Snippet.

[info]nebel_kraehe

July 22 2007, 21:34:26 UTC 4 years ago

Danke für den Kommentar^^

Ich selbst sehe Norrington ebenfalls nicht als in diesem Maße von Ruhm und Ehre besessen, aber es ist ja Beckett, der hier spricht und er würde es wohl so betrachten. Obwohl er Beckett das Herz brachte (und da wird Ruhmsucht wohl schon eine Rolle gespielt haben), halte ich ihn für eine der nobelsten Figuren aus den Filmen (übertroffen wird er da wohl nur von untoter-Samariter!Will xD)

[info]aislingde

July 23 2007, 06:35:53 UTC 4 years ago

Und wie nobel er ist. Manchmal ist es erschrecken.

Ich konnte nicht widerstehen. Schau mal hier.

[info]nebel_kraehe

July 23 2007, 16:45:31 UTC 4 years ago

...oh *rot-werd*
Danke.
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